Bergarbeiter-Erholungsheim in Ziegenhals
 Bergarbeiter-Erholungsheim in Ziegenhals

1908 gründete Franz Graf von Ballestrem zur Erinnerung an seine Goldene Hochzeit eine Stiftung
für ein Arbeiter- und Kinder-Erholungsheim mit einem Kapital von 500.000 Reichsmark. Noch im selben Jahr erwarb er zu diesem Zweck am Rande des Kurorts Bad Ziegenhals (heute Glucholazy) die ehemalige Hotelpension Waldesruh mit „Gondelteich“ und achtzig Morgen Waldfläche. Der Ort Ziegenhals liegt südlich von Gleiwitz (Gliwice) nah an der Grenze zu Tschechien (bis 1918 Grenze zu Mähren / Österreich-Ungarn). Das Haus Waldesruh wurde zu einem Erholungsheim für Bergarbeiter der Ballestremschen Gruben umgebaut. Parallel dazu entstand unweit auf dem Grundstück als Neubau das Kindererholungsheim Waldschule. Am 29. Juni 1908 fand in Anwesenheit von vierhundert Bergleuten aus Ruda die Einweihungsfeier statt. Fortan fuhren in der warmen Jahreszeit jeweils dreißig Bergleute sowie abwechselnd vierzig Mädchen und Knaben für vierzehn Tage dorthin zur Erholung. Anfahrt, Unterkunft und Verpflegung sowie eventuell notwendige ärztliche Versorgung waren für die Bergleute kostenfrei. Die zurück gebliebenen Familien erhielten während der Abwesenheit des Familienoberhaupts pro Tag drei Reichsmark Unterstützung. Nach dem Tod von Franz Graf von Ballestrem wurde das Bergarbeiter- und Kindererholungsheim unter seinem Sohn Valentin und danach von dessen Sohn Nikolaus bis Ende des Zweiten Weltkriegs fortgeführt. Nach Kriegsende zunächst als (vermutlich) staaliches Ferienhaus Gornik fortgeführt, standen die Gebäude später jahrelang leer. 2013 wurde das Anwesen von Investoren erworben, die eine denkmalgerechte Restaurierung mit Ausbau zu einer Seniorenresidenz planen.