Josef Limburg
 Josef Limburg

Der in Hanau als Sohn eines Goldschmieds geborene Josef Wilhelm Karl Limburg (1874-1955) wurde zuerst in der Werkstatt des Vaters ausgebildet, bevor er ein Kunststudium in Wien begann. Anschließend besuchte er die Akademie der Künste in Berlin, wo er Schüler von Gerhard Janensch und Anton von Werner wurde. Man ernannte ihn zum Meisterschüler im Fach Bildhauerei. 1920 heiratete er „Harriet“ Henrika Gräfin von Francken-Sierstorpff (1895-1994). Harriet und Josef Limburg hatten eine Tochter, Eleonore wurde 1923 in Berlin geboren. Der Katholik Josef Limburg machte sich ab Beginn des 20. Jahrhunderts einen Namen durch Porträtskulpturen insbesondere von kirchlichen Würdenträgern und durch christliche Bildwerke. Für seine Papstporträts von Gregor XIII.; Pius X. und Pius XI., die er in Rom anfertigte, erhielt er hohe Auszeichnungen des Vatikans. Ab 1905 wurde er im Auftrag von Franz Graf von Ballestrem tätig, den er als väterlichen Freund empfand. Er formte für ihn nicht nur die Büste des Giovanni Battista Angelo Graf von Ballestrem (1709-1757), die bis heute im Hof des Schlosses Plawniowitz steht, sondern auch die Büsten von Hedwig und Franz Graf von Ballestrem sowie die Skulptur „Weinender Engel“ am Treppenzugang der Ballestremschen Familienkrypta in der St. –Joseph-Kirche in Ruda. Später schuf er auch Bauplastiken wie die Arbeiterskulpturen auf dem Gesims der Ballestremschen Güter- und Konzerndirektion in Gleiwitz. Da er nach 1933 den Nationalsozialisten nahe stand verspielte er sein ehemals hohes Ansehen und viele seiner Arbeiten verschwanden nach 1945 in den Depots. Limburg verstarb 1955 in Berlin. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof der Domgemeinde St.-Hedwig an der Liesenstraße in Berlin-Mitte.