Plawniowitz
 Plawniowitz

Die Ortschaft Plawniowitz (1936–45 Flössingen, ab 1945 Pławniowice) liegt unweit von Gleiwitz (Gliwice) im oberschlesischen Industrierevier. Zwar schon im 14. Jahrhundert als Rittersitz erwähnt, ließ sich erst Siegmund Nikolaus Graf von Goertz 1732 ein Herrenhaus erbauen. Fünf Jahre später erwarb Franz Wolfgang Freiherr von Stechow, der aus der Mark Brandenburg stammte, das Rittergut. Später kaufte er noch die Güter Biskupitz (Biskupice) und Ruda hinzu und gründete ein Majorat. Nach dem Tode seines Sohns im Jahr 1798 erbte dessen Neffe Carl Franz Graf von Ballestrem (1750–1822) den gesamten Besitz.
1885/86 ließ Franz Graf von Ballestrem an Stelle des alten Herrenhauses eine ausgedehnte, turm- und erkerreiche Schlossanlage im Stil der Neorenaissance erbauen. Nachdem die Familie Ballestrem im Winter 1944 hatte fliehen müssen, wurde das Gut nach Kriegsende verstaatlicht. Das Schloss wurde kirchlichen Zwecken zugeführt, u.a. diente es bis 1976 Benediktinerinnen als Kloster. Seit 1978 wird das Gebäude als katholisches Exerzitienhaus genutzt. 1994 begann eine gründliche und dringend notwendige Restaurierung des Schlosses unter der Initiative von Priester Dr. Krystian Worbs und finanzieller Unterstützung von polnischer Kirche und Staat sowie der Bundesrepublik Deutschland. Nur wenige Fahrmituten von der Autobahn A4 von Breslau nach Krakau entfernt (Ausfahrs Pyskowice) ist eine Besichtigung lohnenswert. Auch Übernachtungen sind im Schloss möglich. Informationen sind auf der Webseite des Schlosses zu finden.