Franz
 Franz

Am 5. September 1834 kam Franz in Plawniowitz als Sohn von Carl-Wolfgang Graf von Ballestrem (1801–1879) und seiner Ehefrau Bertha (1803–74), geborene von Leithold, zu Welt.
Franz besuchte das Katholische Gymnasium in Glogau, wechselte 1851 an die Philosophische Lehranstalt der Jesuiten in Namur und studierte anschließend 1853–55 an der Bergakademie in Lüttich (beides Belgien). 1855 trat er in das preußische Heer ein. Seine Hochzeit mit Hedwig, geborene Gräfin Saurma Freiin von und zu der Jeltsch (1838–1915), fand 1858 in Tworkau statt. Das Paar bekam neun Kinder.
1866 nahm Franz als Offizier am Deutschen Krieg teil und 1870/71 war er als Adjutant der 2. Kavallerie-Division am Krieg gegen Frankreich beteiligt. Beim Vormarsch auf Paris 1871 stürzte er vom Pferd und musste den Militärdienst quittieren. Während seiner Militärzeit verlieh man ihm das Eiserne Kreuz I. und II. Klasse und den Roter Adlerorden mit Schwertern.
Als Mitbegründer der Zentrumspartei wurde er ab 1872 als Abgeordneter in den Deutschen Reichstag gewählt. Er war Ehrenritter des Malteserordens und Päpstlicher Geheimkämmerer. Kaiser Wilhelm II. ernannte ihn zum Geheimen Rath mit dem Titel "Exzellenz".
Als Franz 1879 die Majoratsherrschaft antrat, war er durch sein bergwissenschaftliches Studium auf die Führung seines Unternehmens vorbereitet. Wie schon seine Vorgänger hatte er dabei einen Generaldirektor (seit 1885 Franz Pieler), dem er die Leitung der Geschäfte weitgehend überließ. Franz Graf von Ballestrem konnte sich auf diese Weise voll auf seine politische Karriere konzentrieren, die ihn zuletzt in das Amt des Reichstagspräsidenten (1898–1906) führte. Er starb am 23. Dezember 1910 und wurde in der Familienkrypta in der St.-Joseph-Kirche in Ruda beigesetzt.