Allgemeines
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Der Ballestremsche Industriekonzern bestand vor seiner Auflösung nach Kriegsende 1945 aus zahlreichen Kohlengruben, Erzbergwerken und Hüttenwerken im oberschlesischen Revier. Auch Sägewerke, eine Kokerei, ein Kraftwerk und weitere Fabriken zählten dazu. Die Konzerndirektion befand sich in dem hier abgebildeten Gebäude (Graf Ballestremsche Güterdirektion) in Gleiwitz, das Verwaltungszentrum der Kohlegruben in Ruda. Der Industriebesitz geht in seiner Wurzel auf zwei Rudaer Steinkohlengruben zurück, die vor zweihundert Jahren – nach dem Tod des letzten männlichen Nachkommen der Freiherren von Stechow in Plawniowitz – der Familie der Grafen von Ballestrem zufielen. In diesen beiden Gruben arbeiteten um 1800 allerdings gerade einmal dreißig Arbeiter. Durch eine aktive Unternehmenspolitik wuchs allein die Zahl der Kohlegruben innerhalb weniger Jahrzehnte auf über ein Dutzend. Eine wichtige zusätzliche Gründung war die Zinkhütte in Ruda, die zu einer Weltmarkt beherrschenden Firma wurde. Großen Anteil am Aufstieg der Ballestremschen Einzelunternehmen zum bedeutenden Industriekonzern hatte der Generalbevollmächtigte Carl Godulla, der als erster Oberschlesier alle Eigenschaften des modernen Unternehmers in sich vereinigte.