Carl Godulla
 Carl Godulla

Carl Godulla
Carl Franz Graf von Ballestrem (1750-1822) war Rittmeister und mit Wirtschaftsverwaltung unerfahren, weshalb er 1808 Carl Godulla (1781-1848) als Gutsverwalter und Geschäftsführer der frühen Industrieunternehmungen einsetzte. Der als Sohn eines Försters in Makoschau (bei Gleiwitz) geborene Godulla stand zuvor bereits als Rechnungsführer des Plawnowitzer Patrimonalgerichts in gräflichen Diensten. Er war schon in jungen Jahren ein begabter Wirtschaftslenker und technischen Neuerungen gegenüber sehr aufgeschlossen. 1815 schenkte ihm Graf Carl Franz in Anerkennung seiner erfolgreichen Tätigkeit 28 Kuxe (Anteile vom Bergwerkseigentum) der Zinkhütte Carl. Er ermöglichte ihm auf diese Weise - parallel zu seiner seit 1818 eingenommenen Stellung als Generalbevollmächtigter der gräflichen Güter und Industrieanlagen - eine Laufbahn als selbständiger Unternehmer. Nach dem Tod seines Bruders im Jahr 1822 übernahm Carl Ludwig Graf von Ballestrem (1755-1829) das Majorat. Er schenkte Godulla noch einmal dieselbe Zahl von Kuxen der Zinkhütte - die mittlerweile als Großbetrieb zeitweilig den Weltmarkt beherrschte - so dass dieser nun die Hälfte aller Anteile besaß. Der zu Wohlstand gelangte Carl Godulla erwarb 1826 das Gut Schomberg-Orzegow, später folgten weitere Güter, auch gründete er mehrere Steinkohlengruben auf eigenem Landbesitz. Obwohl Godulla nun selbst zum Großunternehmer geworden war und man ihn „Zinkkönig“ nannte, blieb er Zeit seines Lebens – also auch nach Übernahme des Majorats durch Carl-Wolfgang Graf von Ballestrem (1801-79) im Jahr 1829 - Generalbevollmächtigter des Ballestremschen Besitzes. Unter Godullas Leitung gelangten Majorat und Hüttenwesen zur Blüte, und die Ballestremschen Bergwerke und Erzhütten entwickelten sich zu einem der bedeutendsten Industriekonzerne Schlesiens. Nachfolger Godullas wurde Anton Klausa, der vormalige Bürgermeister von Tarnowitz.