Deutsch Jägel
 Deutsch Jägel

Das im Regierungsbezirk Breslau gelegene Deutsch-Jägel (Jagielno) war ursprünglich ein alter Rittersitz, dessen Besitzer häufig wechselten. Die auf einer terrassenförmigen Anhöhe erbaute Schlossanlage bestand anfangs aus einem schlichten viereckigen Bau mit Türmen an den Ecken und war von einem weitflächigen Park umgeben. Nachdem Freiherr von Dalwig 1889 den Gutsbesitz von Gebhard von Bayern gekauft hatte, ließ er das Schloss um zwei Seitenflügel und einen "venezianischen Anbau" erweitern. 1907 erwarb Leo Graf von Ballestrem (1873-1915) das Anwesen samt 1.100 Hektar Land. Nach seinem frühen Tod im Ersten Weltkrieg gelangte der Besitz zu drei gleichen Teilen an seine Frau Eva, geb. Freifrau Durant de Senegas, seine Tochter Mariagnes Freifrau Spies von Büllesheim, geb. Gräfin von Ballestrem und deren Schwester Maria Eva Gräfin von Ballestrem. Nach dem Tod von Wilhelm Freiherr Spies von Büllesheim im Jahr 1940 blieb das Schloss unbewohnt, da seine Witwe Marieagnes mit ihren Kindern zu Angela Gräfin von Ballestrem in das Schloss Obergläsersdorf zog. Schloss Deutsch-Jägel wurde nur noch als Sommersitz genutzt. Nach der Flucht der Besitzer im Januar 1945 half der Versuch des langjährigen Rentmeisters Edmund Thiel, Plünderungen durch Hissen der Schweizer Flagge zu verhindern, nur vorrübergehend. Zwar blieb die Schlossanlage von Kriegsschäden weitgehend verschont, nach mehrfacher Fremdnutzung und folgendem jahrelangen Leerstand ist heute jedoch nur noch eine Ruine erhalten.