Hans v. Poellnitz
 Hans v. Poellnitz

Johannes Heinrich August Friedrich, genannt Hans von Poellnitz, wurde 1876 in Berlin geboren. Im Jahr 1903 bestand er sein zweites Examen zum Königlich Preußischen Regierungsbaumeister und übernahm nach einer ersten Anstellung in Hannover die Bauleitung zweier Kirchen in Posen und schließlich 1907 die Bauleitung des Kunstmuseums in Kiel. Ein Jahr später bewarb er sich erfolgreich um die neu geschaffene Stelle als Leiter der Ballestremschen Bauverwaltung. Von 1908 bis 1938 war er Mitglied im Konzernvorstand und entwarf während dieser Zeit fast sämtliche privaten und Industrie-Bauprojekte für die Familie der Grafen von Ballestrem. Dazu gehörten das Direktorenwohnhaus in Ruda, die katholischen Kirchen in Kostau und in Hindenburg-Biskupitz, die Familiengruft für den Generaldirektor Pieler in Ruda und das Zechenhaus der Graf-Franz-Grube. Vor allem entstanden unter seiner Regie zeitgemäße Unterkünfte für die in den Kohlengruben Beschäftigten, darunter Arbeiterwohnhäuser in Ruda und Klausberg sowie die Arbeiterwohnkolonie in Rokittnitz, mit jeweiligen Schulen, Kindergärten und Badeanstalten. Seine größten Bauprojekte waren das 1914 fertig gestellte Schloss Kunerad in der Slowakei und das Direktions- und Verwaltungsgebäude des Ballestrem-Konzerns in Gleiwitz (1921/22). Die Ausführung seiner um 1937/38 erstellten Entwürfe für den Monumentalbau einer neuen Konzernzentrale in Gleiwitz verhinderte der Zweite Weltkrieg. Nach einem festlichen Abschiedsessen im Schloss Plawniowitz trat Hans von Poellnitz 1938 in den Ruhestand. Sein Nachfolger wurde der Regierungsbaumeister a. D. Heinz-Ulrich Müller.
Nach Kriegsende lebte Poellnitz gemeinsam mit seiner Frau Carla, mit der er eine Tochter und zwei Söhne hatte, in Freiburg (Breisgau), wo er 1953 verstarb.