Objekte aus Kennelkohle
 Objekte aus Kennelkohle

Das Graf von Ballestremsche Firmen- und Familienarchiv besitzt dreizehn aus Kennelkohle geschnitzte Objekte: Pokale, Standfiguren, Behältnisse und Briefbeschwerer. Vermutlich handelt es sich bei sämtlichen Kleinplastiken um Geschenke an Valentin Graf von Ballestrem (1928-2006) aus der Zeit 1970-90. Darunter befindet sich beispielsweise ein Pokal, den Bischof Bednorz von Kattowitz Graf Valentin anlässlich einer Audienz am 27. September 1976 überreichte. Voraussetzung für die Kunst des Kohleschnitzens ist das Vorkommen der Kennelkohle, einer sehr dichten bitumenreichen, schnitz- und polierfähigen Kohleart. Der Name der Kohle stammt aus dem Englischen und bezieht sich auf das Wort candle (Kerze), was darauf verweist, dass man diese Kohle in sehr frühen Zeiten zum Leuchten benutzte. Schon vor unserer Zeitrechnung wurde Kennelkohle in Schottland, Polen und Böhmen (Tschechien) abgebaut und sogar zur Herstellung von Schmuck genutzt (dann Gagat genannt). Wichtigster Abbauort in Deutschland war seit Mitte des 19. Jahrhunderts das Flöz Tauentzien der Steinkohlegrube Heinitz bei Neunkirchen (Saarland). Die Themen der in Oberschlesien hergestellten Kohleplastiken stammen meist aus dem Leben und der Arbeit der Bergleute oder haben religiöse Motive (z.B. Darstellungen des Papstes oder der Heiligen Barbara, Schutzpatronin der Bergleute). Die Kunst wird bis heute ausgeübt.