Lagi (So’oa’emalelagi)
 Lagi (So'oa'emalelagi)

Lagi (So’oa’emalelagi, gespr. "Langi") Gräfin von Ballestrem kam am 31. August 1909 in Vailima/Samoa zur Welt. Sie war das erste Kind von Dr. Wilhelm Heinrich Solf (1862-1936) und seiner Ehefrau Johanna geb. Dotti (1887-1954). Als deutscher Botschafter zog Dr. Solf nach Tokio, hier erhielt Lagi Hausunterricht. In den dreißiger Jahren schrieb sie Artikel für das Berliner Tageblatt mit Berichten von ihren Reisen zu den Bahamas und nach Bermuda. 1932 heiratete sie den Diplomingenieur Wolfgang Mohr. Das Paar lebte bis 1938 in Shanghai, wo Lagi jüdischen Flüchtlingen half. Die Ehe wurde 1939 geschieden und im Juli 1940 durch das Metropolitangericht in Breslau für nichtig erklärt. Am 23. November 1940 heiratete sie in der Berliner St.-Afra-Kirche Hubert Graf von Ballestrem, der wie sie das nationalsozialistische Regime ablehnte. Gemeinsam verhalfen sie Freunden und Bekannten zur Flucht aus Deutschland. Das Paar blieb kinderlos.
Lagi nahm an den Teegesellschaften des „Solfkreises“, einer Widerstandsgruppe, teil. Ein Spitzel verriet die Gruppe, nur wenige überlebten. Im Januar 1944 verhaftete die Gestapo Lagi und ihre Mutter. Lagi wurde in das Konzentrationslager Ravensbrück verschleppt und dann in das Untersuchungsgefängnis Moabit. Die Anklage lautete auf „Hochverrat, Wehrkraftzersetzung, Feindbegünstigung und Defaitismus“. Ihre Verhandlung wurde wegen Bombardierung des Volksgerichtshofs vom 8. Februar 1945 auf den 28. April verschoben. Rechtsanwalt Dr. Heuss sorgte am 23. April für ihre Entlassung. Joseph Goebbels wollte sie wieder verhaften lassen, da er befürchtete sie brächte „Unruhe in die Bevölkerung“. 1947 nahmen Lagi und ihre Mutter als Zeuginnen an den Nürnberger Prozessen teil. Gesundheitlich schwer angegriffen verstarb sie am 14. Dezember 1955 in Bonn. Ihre Grabstätte befindet sich auf dem Südfriedhof Bonn.