Valentin d.Ä.
 Valentin d.Ä.

Valentin Graf von Ballestrem kam am 21.12.1860 in Breslau zur Welt. Er war der erste Sohn von Graf Franz von Ballestrem (1834-1910) und seiner Gattin Hedwig (1838-1915). Nach dem Besuch der Erziehungsanstalt Stella Matutina der Gesellschaft Jesu in Feldkirch (Österreich) besuchte er bis 1880 das Katholische Gymnasium zu Vechta in Niedersachsen. Sein Studium der Rechtswissenschaften begann er 1882 in Breslau, wechselte dann zur Kaiser-Karl-Universität in Strassburg und zuletzt zur Eberhard- Karl-Universität in Tübingen. Vom einjährigen freiwilligen Militärdienst bei den Schleswig-Holsteinischen Ulanen wurde er im Oktober 1883 als „überzähliger Gefreiter“ entlassen. 1885-86 absolvierte er sein Referendariat am Amtsgericht Ujest/Schlesien. 1891 legte er die juristische Prüfung ab, und bis 1894 war er im Dienst des Auswärtigen Amtes.
In Brustawe/Niederschlesien heirate er am 20. Februar 1900 Agnes Gräfin Stolberg-Stolberg (1874-1940). Das Paar bekam neun Kinder, sie lebten auf Schloss Obergläsersdorf. Er trug das Komturkreuz II. Klasse des Albrechtsordens und das Großkreuz des souveränen Malteser-Ritter-Ordens, führte den Ehrentitel „Päpstlicher Kämmerer“ und war Mitglied der Zentrumspartei, des Preußischen Herrenhauses, des Kaiserlichen Automobilclubs, des Aufsichtsrats des Schlesischen Bankvereins und der Deutschen Bank.
Nach dem Tod seines Vaters übernahm Valentin 1910 das Majorat. Gemeinsam mit dem Generaldirektor des Ballestrem-Konzerns Dr. Franz Pieler junior sorgte Valentin für das weitere Wachstum des Unternehmens. Der Bau der „Koksanstalt Wolfgang“, das „Kraftwerk Nikolaus“, sowie der Ausbau der „Franzgrube“ gehören zu den Leistungen seiner Zeit. Gestorben ist Valentin Graf Ballestrem am 17. Mai 1920 auf Schloss Plawniowitz.