Zinkhütte Carl
 Zinkhütte Carl

Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts konnten in Ruda (Ruda Sląska) ergiebige Galmeigruben gemutet werden (Galmei = Zink). Der Geschäftsführer der Ballestremschen Unternehmungen Carl Godulla erkannte früh die künftige Bedeutung der Zinkindustrie und ermutigte Carl Franz Graf von Ballestrem seine 1812 gerade erst gegründete Zinkhütte Carl um fünf Doppelöfen zu erweitern, obwohl er keine eigenen Galmeigruben besaß. Das Werk war eine industriell außerordentlich bedeutsame Gründung und wurde von den Zeitgenossen „geradezu als Weltwunder angestaunt“. Der hohe Kohlenbedarf bei der Zinkverhüttung förderte gleichzeitig die Mutung zahlreicher weiterer Steinkohlegruben. 1815 schenkte Carl Franz seinem erfolgreichen Geschäftsführer Godulla 28 von 128 Kuxen (Anteile vom Bergwerkseigentum) der Zinkhütte, und bereits 1822 bestand der Betrieb aus fünfzehn Doppelöfen. Im selben Jahr überließ Carl Ludwig seinem Generalbevollmächtigten Godulla noch einmal 28 Kuxe der Zinkhütte, so dass dieser 56 von 128 Anteilen besaß. Die Hütte entwickelte sich zu einem industriellen Großbetrieb, der eine Zeit lang beherrschend auf dem Weltmarkt für Zink auftrat. Carl Godulla, der mittlerweile auch Anteile zahlreicher Galmeigruben und weiterer Zinkhütten erworben hatte, wurde als „Zinkkönig“ berühmt und wohlhabend. Nach seinem Tod im Jahr 1848 wurde die Zinkhütte Carl verpachtet und war noch bis 1909 in Betrieb.