Zusammenarbeit mit der Weltfirma Borsig
 Zusammenarbeit mit der Weltfirma Borsig

1837 hatte der in Breslau geborene August Borsig in Berlin eine Eisengießerei und Maschinenfabrik errichtet, deren Hauptprodukt Lokomotiven die Firma zu einem Unternehmen von Weltruf werden ließ. Zur Versorgung seiner Berliner Werke mit eigener preiswerter Kohle pachtete Borsig 1853 die drei Steinkohlengruben Gute Hedwig, Berthawunsch und Hedwigswunsch von Graf Ballestrem. August Borsigs Sohn Albert erkannte, dass es noch zweckmäßiger sei, auch die für Berlin notwendigen Rohmaterialien in Oberschlesien selbst zu produzieren. Er erwarb deshalb zwei Jahre später zusätzlich von Ballestrem ein großes Grundstück in Biskupitz als Bauplatz für ein Hüttenwerk. So kam es auf diesen Ländereien nach 1862 zur Gründung der später bedeutenden oberschlesischen Borsigwerke. 1900 pachtete Borsig eine weitere Steinkohlengrube (Maria Anna) von Ballestrem. Um 1913 schließlich kam es sogar zu einem gemeinsam verwirklichten Projekt, dem Bau der 24 Kilometer langen Sandbahn von Ruda nach Stauwerder (Sersno). Die Sandbahngesellschaft der Gräflich Ballestremschen und Borsigschen Steinkohlenwerke organisierte den Sandabbau mit Dampfbaggern und den Transport des Sandes zum Verfüllen bereits ausgebeuteter Kohlenschächte. Ab 1930 gerieten auch die oberschlesischen Borsigwerke in eine Absatzkrise, die nach Ablehnung einer Fusion mit Oberhütten 1931 zur Liquidation der Firma führten. Als Rechtsnachfolgerin blieben die Borsig-Kokswerke AG bestehen, die 1938 die vier bisher nur von Ballestrem gepachteten Steinkohlengruben erwarben.